1520-1698 Heldentaten der Familie Albrecht, Winzer "Bangard", zwischen 1520 und 1698

Was versteht man unter dem Namen Winzer "Bangard" ?
Im 15. Jahrhundert kennt die Wein-und Weinbergarbeit einen blühenden Aufschwung. Wegen der Größe des Weinbergs in Thann schafft der Verwaltungsbeamter der Stadt das Amt von Bangard. Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist für die Bürger der Stadt bestimmt, um den Weinberg, die Felder und die Wälder zu bewachen und die kostbare Ernte zu schützen. Um Bangard zu sein muß man sich unbedingt das Bürgerrecht aneignen. Jeder Bürger von Thann, der eine wichtige Tätigkeit innerhalb des Verwaltungsrates übernehmen möchte, muß ein Jahr seines Lebens für die Gemeinschaft opfern, indem er das Amt von Bangard freiwillig ausübt.
Der Bangard, der vor kurzem gewählt wurde, leistet einen Eid vor dem Verwaltungsrat. Er verspricht, auf das Aufgebot treu aufzupassen und er muß seine Familie verlassen und mit drei anderen Bangard in einer einsam gelegenen Hütte inmitten des Weinbergs zusammenleben.


Die vier Bangard sind also unter den Mitgliedern der vier verschiedenen Körperschaften gewählt. Zu dieser Zeit wurde die Winzerköperschaft gegründet.
Der Bangard muß das Aufgebot treu aufpassen und die Autorität in Kenntnis setzen von dem, was das Gute der Stadt beitragen konnte und er muß das Allgemeinwohl dienen. Außerdem sorgt er peinlich genau dafür, daß niemand dem Aufgebot Schäden anrichtet, Trauben oder Obst stiehlt, die Wälder anzündet. Es obliegt ihm, so gut wie möglich das Durchqueren der Stadt mit einem ausländischen Vieh zu sichern, ohne daß das Aufgebot leiden muß.
Er sorgt dafür, die Wege instand zu halten. Um diese Aufgabe zu erfüllen zieht er sich in der "Hütte der Bangard" zurück, die sich außerhalb der Stadt befindet, um treu die Tätigkeit, die ihm obliegt, Tag und Nacht bis dem Einbringen der Ernte zu sichern. Am Ende seines einjährigen Auftrags lässt er einen Stein behauen und eine Holzplatte malen, auf der er das Ende seiner Aufgabe bescheinigt. Auf dieser Platte steht immer diesselbe Formulierung : "Wir haben unseren Eid Tag und Nacht geachtet".

Diese Plakate verbergen ein unschätzbares Vermögen, eine wirkliche Chronik der vergangenen Zeiten. Sie zählen zahlreiche Informationen. Zuerst schnitzen die Bangard nicht ihren Namen, die Waffen der Körperschaft und das Jahr ihres Amtes. Dann werden die Plakate allmählich durch ehrenvolle Illustrationen, Empfehlungen von Gott, Kommentare zu ihrer Aufgabe bereichert.

Die Letzten sind wirkliche kleine Bilder geworden. Die Texte berichten über die Schwierigkeiten der Zeiten, des Krieges und der Friedensbekanntgabe, der klimatischen Ereignisse und sogar der Nachrichten.
Aus diesem Grund wissen wir, daß 1719 die Trockenheit die Wiesen und den Weinberg ausgetrocknet hat. 1739 war der Wein üppig. Am 1. August 1750 verursachte ein Hagelgewitter Stein-und Schlammströme. Im folgenden Jahr und zwar im August war die Weinlese sehr versprechend, aber die Ernte war bescheiden. 1760 ist "l'aime" des Weines (50 Liter) 3 Pfund verkauft worden, während es 9 Pfund 1739 wert war.

Anschaffungsurkunden von Weinparzellen (Klicken Sie, um das Bild zu vergrößern)
Die Albrechts: von Thann nach Orschwihr...

1698

Seit 1698 ist Balthazar Albrecht (1668-1742) Winzer in Orschwihr, denn er hat 1698 Thann verlassen, um sich in Orschwihr niederzulassen. Es geschah mehrere Jahrzehnte nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges, der ein Großteil des Elsasses verwüstet hat. Er war tapfer, bearbeitete den Boden und baute unermüdlich den Weinberg an. Alle Erben mühten sich in derselben Richtung.
  • Balthazar ALBRECHT 1666-1742
  • Balthazar ALBRECHT 1715-1796
  • Jean-Jacques ALBRECHT 1753-1817
  • Jacques ALBRECHT 1748-1829
  • Joseph-Michel ALBRECHT 1824-1881
  • Joseph-Nicolas ALBRECHT 1867-1929
  • Henri ALBRECHT 1903-1972
  • Lucien ALBRECHT 1930
  • Jean ALBRECHT 1958

Joseph-Nicolas Albrecht
(1867-1929)
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